PSYCHOTHERAPIE 

CHRISTINE BAUMGARTNER

Bausteine der Verhaltenstherapie

In der Behandlung von psychischen Störungen, bei denen das schädigende, unerwünschte Verhalten neben der unzureichenden Gefühlsregulation im Vordergrund steht, integriere ich Therapiebausteine aus der Verhaltenstherapie in meine analytische körperpsychotherapeutische Arbeitsweise. Charakteristisch für die Verhaltenstherapie ist, wie der Name sagt, die Konzentration auf das gegenwärtige, beobachtbare Verhalten und dessen Veränderung.

 

Am Beispiel der Essstörungen (Anorexie, Bulimie, binge eating disorder) möchte ich dies kurz erläutern:

In der Behandlung von Essstörungen ist die Verhaltensänderung neben der Verbesserung der Gefühlsregulation immer zentral. Es ist wichtig, dass das Essverhalten möglichst rasch normalisiert werden kann. Dabei können verhaltenstherapeutische Interventionen erfolgreich eingesetzt werden:

Im Umgang mit Heisshungeranfällen und Erbrechen verwende ich beispielsweise das Selbstbeobachtungsprotokoll. Anhand  dieses Essprotokolls werden die Auslösesituationen für Ess-Brechanfälle eingehend analysiert. Neben den nahrungsbezogenen Angaben werden auch die Situation, die Gefühle und Gedanken beschrieben. So können wertvolle Hinweise zu möglichen Auslösern für Ess-Brechanfälle gewonnen werden. Auf dieser Grundlage werden schliesslich geeignete Behandlungsstrategien, wie die verhaltenstherapeutischen Stimuluskontrolltechniken, erarbeitet und zur Reduktion und schliesslich Vermeidung der Ess-Brechrückfälle eingesetzt. 

Bei der Behandlung von Essstörungen ist häufig zusätzlich die Normalisierung des Körpergewichts dringend notwendig. Auch dies kann meist nicht ohne verhaltenstherapeutische Massnahmen erreicht werden. Dazu wird ein sogenanntes Gewichtskonzept erarbeitet und es wird ausgehandelt, wie das Vorgehen bei der Gewichtszunahme oder der Gewichtsreduktion erfolgen soll. Dabei sind die für die Verhaltenstherapie charakteristischen operanten Massnahmen zentral, d.h. dass erwartungsgemässe Gewichtszunahmen (z.B. wöchentlich 300 g) mit im Voraus festgelegten, angenehmen Konsequenzen verknüpft werden. So kann die Motivation zur Gewichtszunahme verstärkt werden.

Die Gewichtskontrollen erfolgen bei der Hausärztin oder dem Hausarzt, mit denen ich bei solchen Behandlungen eng zusammenarbeite.