PSYCHOTHERAPIE 

CHRISTINE BAUMGARTNER

TRAUMATHERAPIE

In der Traumtherapie kommen meist mehrere therapeutische Verfahren zum Einsatz. Sie können helfen bei der Auflösung von verschiedenen Traumasymptomen wie chronische Überaktivierung, Schlafstörungen, Schmerz, Zwänge, Abgelenktheit, Schuldgefühle, Schamgefühle, Ängste, Unsicherheit in zwischenmenschlichen Beziehungen. Mittels gezielter Körperarbeit kann der traumatisierte Mensch lernen, seine Gefühle wieder besser zu regulieren. Auch Dysregulationen im Körper (im Gewebe, in den Organen, den Gelenken, den Knochen und Muskeln) können korrigiert werden. 

Im Folgenden stelle ich zwei dieser Verfahren kurz vor.


SOMA 

SOMA wurde von Sonia Gomes und Marcelo Muniz entwickelt und ist eine spezielle Therapiemethode, um traumatisierte Menschen körperzentriert zu begleiten.

SOMA ist eine Synthese von SOMATIC EXPERIENCING (SE), dem Rolfing, dem Tonic Functional Modell von Hubert Godard und den Neurowissenschaften.

Sanfte Berührungen und Bewegungen ermöglichen dem traumatisierten Menschen ein inneres Öffnen auf der körperlichen und emotionalen Ebene. Gehaltene Spannungen und eingefrorene Emotionen können auftauen und losgelassen werden. Symptome können vermindert oder aufgelöst werden, sodass der Mensch sein Gleichgewicht und mehr Lebensqualität findet.


Psychodynamisch Imaginative Trauma Therapie (PITT)

Die PITT wurde von Luise Reddemann entwickelt und ist eine tiefenpsychologisch-psychodynamische Traumatherapie. Die PITT stärkt die Ressourcen. Das Ich wird als "inneres Team" verschiedener Persönlichkeitsanteile betrachtet, wie z.B.  bedürftige, selbstzerstörerische, verächtliche, ängstliche, beschämte und auch hilfreiche wie z.B. tröstende, beschützende, ermutigende. Die PITT hat spezielle Techniken entwickelt, um diese inneren Anteile auf einer imaginären "inneren Bühne" miteinander in Kontakt zu bringen. Verletzte innere Anteile - meistens "innere Kinder" - werden an einen guten, sicheren inneren Ort gebracht, um sie dort von immerwährend verfügbaren idealen Eltern und "hilfreichen Wesen" versorgen und trösten zu lassen. Die in der PTT gelernten Übungen können später selbständig angewendet werden, um damit Stress und Ängste zu regulieren.